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Umweltsofortprogramm 2017

Umsetzung von Maßnahmen im Rahmen des Umweltsofortprogramms durch unseren Verband 2017

Dokumentation Entschlammung Mühlengraben Staßfurt

März 2017 Information an den Verband, dass das MULE ein Umweltsofortprogramm initiiert hat. Es enthält Maßnahmen, die einen ökologischen Mehrwert für die Gewässer und den Naturschutz bringen, z.B. Pflege und Entwicklung, Erhalt und Förderung der ökologischen Funktionsfähigkeit, Ausrichtung an die Bewirtschaftungsziele des § 27 bis § 31 WHG. Die finanzielle Förderung beträgt 100%. Freigabe der Mittel voraussichtlich Ende März.

April 2017 Durch den UHV werden 3 Maßnahmen eingereicht:

  • Mühlgraben in Staßfurt,
  • Grabensystem Nienburg/Altenburg,
  • und Röthebach Remkersleben.

Mai 2017 Das Umweltsofortprogramm ist durch das MULE bestätigt. Das MULE erstellt Vertragsentwürfe. Ende Mai erhält der Verband eine Information, dass für unseren Verband ein Antrag positiv beschieden wurde – „Entschlammung Mühlgraben in Staßfurt“. Ein Vertrag zwischen dem UHV und dem Land Sachsen-Anhalt über die Finanzierung von Vorhaben zur Umsetzung von Maßnahmen des Umweltsofortprogramms wurde am 31.05.2017/14.06.2017 geschlossen.
Die Ausführung der Arbeiten sollte in den Monaten August bis Oktober 2017 erfolgen.

September 2017 In Vorbereitung der Maßnahme fand am 07.09.2017 ein gemeinsamer Ortstermin mit der Unteren Wasserbehörde und der Unteren Naturschutzbehörde des Salzlandkreises statt.

Da sich der Mühlgraben in einem Landschaftsschutzgebiet befindet, sind naturschutzrechtliche Belange zu beachten. Es werden der Umfang der erforderlichen Holzungsarbeiten zur Schaffung von Baufreiheit sowie der Umfang der Grundräumungsarbeiten festgelegt. Auf Grund der Sensibilität des Gebietes sowie des Grabens wird aus Sicht der Unteren Naturschutzbehörde eine ökologische Baubegleitung für die Entschlammung gefordert.

Im Gewässer befinden sich schützenswerte Muscheln und Fische die aus dem Räumgut geborgen werden müssen. Am 14.09.2017 stellte der UHV einen Antrag auf Baumfällung (Baumschnitt), Sträucher auf Stock setzen an den Salzlandkreis UNB. Am 21.09.2017 erhielten wir ein LSG-Erlaubnis (Bescheid). Im Bescheid ist eine umweltverträgliche Ausführung der Entschlammungsarbeiten durch eine ökologische Baubegleitung zu gewährleisten. Das Ingenieurbüro IHU Stendal übernahm die ökologische Baubegleitung für die Entschlammung. Dadurch stiegen die Kosten für die Maßnahme.

Oktober 2017 Der Änderungsvertrag wurde mit einer Erhöhung der Finanzierung am 10.11.2017 geschlossen. Beginn der Ausführung der Arbeiten durch unsere Unterhaltungsfirma am 17.10.2017 (Grün-Service-Kahse GmbH, Nienburg). Abschluss der Arbeiten am 10.11.2017.

November 2017 Zahlungsantrag wurde am 15.11.2017 beim Land eingereicht.

Mit der Maßnahme wurden folgende Ziele erreicht:

  • Die Gehölzentfernung war grundlegend für die Schaffung der Zugänglichkeit zum Gewässer und somit für die Gesamtmaßnahme.
  • Die Gehölzentfernung wurde auf den zwingend notwendigen Bereich beschränkt.
  • Die Maßnahme ist eine Maßnahme im Sinne der WRRL und des Naturschutzes. Es wurden bis zu 70 cm Schlammauflage aus dem Gewässer entfernt. Der Abtrag erfolgte schichtenweise. Die in Teilen noch vorhandene Sand- bzw. Kiessohle wurde freigelegt und bildete ein prioritäres Zielelement des Vorhabens. In das Gewässer ragende Gehölze bzw. im Uferbereich wachsende Gehölze wurden belassen bzw bei vollständiger Querung des Gewässers soweit gekürzt, dass ein Hochwasserabfluss gewährleistet ist. Es wurde eine mäandrierende Niedrigwasserinne in der Gewässersohle angelegt. Zur Unterstützung der natürlichen Prozesse wurden beidseitig wechselnd Materialbänke im Gewässer belassen. Im oberen Abschnitt wurde mit einem Amphibienfahrzeug (Truxer) eine gewundene Rinne freigelegt. Das sehr breite Flachufer/wasser mit seinen naturnahen Pflanzenwuchs (Wasserstern/Berle) wurden belassen.
  • Es wurden vorzugsweise bzw. gezielt vorrangig standortfremde Gehölze wie Eschenahorn entfernt.
  • Entlang des Mühlengrabens wurden einzelne Bäume belassen und lediglich die Seitenäste für die Zugänglichkeit beschnitten.
  • Es erfolgte lediglich ein Rückschnitt und keine Komplettrodung. Viele Weiden und Sträucher werden wieder austreiben.
  • Die erfolgte Auflichtung fördert die Entwicklung von Makrophyten (Wasserpflanzen) im Gewässer.
  • Neben der Entschlammung des Gewässers wurden in Abstimmung mit der öBB viele weitere begleitende Maßnahmen umgesetzt, die die Standortvielfalt die ökologischen Bedingungen verbessert: z.B. Schaffung von randlichen temporären Gewässermulden, Varianz der Fließgeschwindigkeit und Gewässerbreite oder Totholzeinbau.
  • Ein häufiger Wechsel von beschatteten und besonnten Bereichen sind ein wichtiges Element für ein strukturreiches Gewässer.

Zur Veranschaulichung einige Eindrücke unserer „Großbaustelle“: